Das Gold im neuen Altgeist

2. Der Rhein

Das Rot ergibt sich dem Blau, und die Gestalt eines Baumes zeichnet sich gegen einen gelben Himmel ab. Blau und Gelb erschaffen das Grün, das die Bäume des Rheins bedeckt, und Blau, Gelb und Rot machen das Braun, das die Äste der Weltesche bilden. Während sich die drei Grundfarben trennen und mischen, bewegen sich die Gestalten wie sie die Farben lenken. 

Überschwemmung des Rheins 

 

Der Rhein überflutet die Ufer; die Grenze zwischen Wasser und Land verschwinden. Blau, Rot, und Gelb vermischen sich wo die Stimmen der Töchter sich klagend erheben. Den Anklagen können die Götter nicht entfliehen; von den brüllenden Farben sind sie verschlungen. 

Blau, Rot, und Gelb

 

Wie die Rheintochter in Abend am Rhein durch das Blau, Rot und Gelb ihre Entstehung, Leben und Kraft empfingt, so entsteht und nährt sich die ganze Natur durch die Farben des Wassers, der Erde, und des Lichts. Ohne die ist in der Natur keine Zuflucht, kein Trost, keine Ruhe zu finden. 

Fünf Stunden Später

 

Ruhig und friedlich sieht es aus, wo die Hirsche im Morgenlicht weiden. Es scheint alles anzubieten was man wolle. Ach, mit der Natur eins zu werden, ewig in dieser Ruhe zu bleiben! Nach fünf Stunden aber wird der Durst dringend und die Hitze unerträglich. Wo gibt es Schutz gegen die harte Elemente? Ein luftgekühltes Haus scheint jetzt einladend. Lass die Natur diese furchtbaren Stunden allein erdulden! 

Akademie der Philosophie

 

“Jetzt kommt sie! Benimm dich unerschrocken und freundlich.” Sie mu ßden Abscheu unterdr ücken, der in ihr aufsteigt, seitdem ihre Freundin in die Akademie eingetreten ist. Warum ist sie so kr äftig aufgeregt? Warum kann sie diese Gef ü hle nur nicht einfach lassen? Sie ist von Irgendetwas gezwungen, von einer Kraft getrieben, die sie nicht loslassen kann. 

Das Abendrot

 

Wo der Baum steht, da wächst er, und wo das Abendrot die Berge erleuchtet, dort brennt es. Der Baum wächst nicht, den Menschen zu ehren, und das Rot des Abends ist selbst sein Ruhm. Denn wo der Baum nicht steht, da wächst er nicht, und worauf das Abendrot nicht leuchtet, da bleibt der Tot. 

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