Das Gold im neuen Altgeist

Michael Shipman

0.  Vorspiel

 

Es leben dem Rhein entlang nordische Legenden auf. Durch unzählbare Epochen prägt diese große schöne Macht der Natur Menschen und Ideen. Es fließen in ihren Wassern Geheimnisse vom unerschaffenen Gold, wie danach geeifert und darum gekämpft wurde, und wie es geschätzt und gestohlen war. In den Händen der Menschen geschmiedet, wird es zur Macht der Segen und der Flüche. Dies ist der unveränderliche Mittelpunkt der Geschichte, die durch dieses Werk erzählt wird. Aus der Tiefe der Grundfarben, sich unter den Wellen des Blaus und dem Schimmer des Golds regend, gehen Rheintochter hervor. Mit dem Gold schmieden sie sich Städte und Monumente und werden zu Götter, und sie werden in ein Leben der Qual und Mühe gestoßen. Und sie wandern in der Welt herum, auf der Suche nach dem Gold. Die größte ihrer Städte ist Walhalla, und der größte ihrer Götter ist Wotan, der Adlige, der sein Auge für Macht und seine Tage fürs Wandern auf der Erde gegeben hat, immer noch auf der Suche nach dem Gold, das er nicht mehr sehen kann. 

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1. Der Kreis beginnt

 

Auf unserer Reise durch diese Bildoper, lassen wir uns an die Stelle des Rheinmädchens im Gemälde Das Fenster setzen. Das Gelb der aufgehenden Sonne erleuchtet die Blau und die Rot, und das Mädchen schaut aus dem Fenster hinaus, auf die Geschichten des Tages, die sich aus den Farben entfalten werden. Durch die Tage und durch die Zeitalter müßen Rheintöchter mit den Grundfarben zurechtkommen, denn aus diesen Farben sind sie entsprungen, und aus ihnen bilden sie ihre Häuser und ihre Wege. Obwohl die Geschichten verschieden sind, bleiben die drei Grundfarben das unentwegte Wesen ihres Ursprungs.

 

2.  The River Rhine

 

Das Rot ergibt sich dem Blau, und die Gestalt eines Baumes zeichnet sich gegen einen gelben Himmel ab. Blau und Gelb erschaffen das Grün, das die Bäume des Rheins bedeckt, und Blau, Gelb und Rot machen das Braun, das die Äste der Weltesche bilden. Während sich die drei Grundfarben trennen und mischen, bewegen sich die Gestalten wie sie die Farben lenken. 

 

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3.  Walhalla

 

Begierig nach der Macht des Rings, sind die Töchter des Rheins in ein Leben des Eifers und der Unzufriedenheit getrieben. Sie streben sich an, den Ring zu ergreifen, bezaubert und machtlos, seinem Griff zu entfliehen. Sie sammeln sich Gold an und werden wie Götter und bauen aus dem Gold eine Großstadt, Walhalla. 

 

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4.  Die Wellen

 

Die Wasser sind beunruhigt, die Wellen erheben sich, und die Rheintöchter bleiben im Getümmel gefasst. Die ganze Natur ist gestört und strengt sich an, die Gewalten zu beherrschen. Die Töchter sehnen sich nach dem Rheingold, das ihnen geraubt wurde, nach dem sanften Licht, das einst mit ihnen in der Tiefe wohnte. 

 

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5.  Der Kreist dreht weiter

 

Der Glanz Walhallas schimmert unnatürlich über dem Wasser des Rheins. Die Götter rühmen sich ihrer Stadt und halten sich von den Klagen der Rheintöchter fern. Die Rheintöchter bedenken das Gold, das sie hätten behüten sollen und erinnern sich an die Warnung von Erda, den Ring zu vermeiden. 

 

5.  Der Kreist endet

 

Der Baum, der einst am Pfad stand, ist entfernt worden, und das Abendrot, das die Berge erleuchtete, ist verschwunden. Das Blau des Wassers, das den Töchtern ihr Leben schenkte, das Rot, das sie in den Wasserwellen beschützte, und das Sonnengelb, das ihnen den Weg erleuchtete, bedecken sie jetzt, und das Gold kehrt zurück in den Rhein. 

 

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